Trotz der aktuellen Wirtschaftslage scheint die Zahl der Börsengänge an der London Stock Exchange im Vergleich zum Vorjahr wieder zuzunehmen. Aber welche Unternehmen wagen den Schritt und was ist für die Zukunft zu erwarten?

 

Die aktuelle Stimmung an den internationalen Börsenmärkten und insbesondere auch im Vereinigten Königreich wirkt etwas angeschlagen. Hohe Inflationsraten, ein enormer Rohstoffmangel und durchweg steigende Preise beeinflussen aktuell die Kurse.

Nichtsdestotrotz hat sich 2021 insgesamt als ein positives Jahr für die Londoner Wertpapierhändler erwiesen. Die meisten Börsengänge namhafter Unternehmen gingen mit lukrativen Gewinnen für die Anleger über die Bühne und brachten zum Teil sogar ausgesprochen hohe Renditen mit sich.

 

Wird es nun wieder mehr IPOs in London geben? Kann die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung trotz Brexit wieder in Gang kommen? Die Antworten darauf haben wir in diesem Blogbeitrag für Sie zusammengestellt!

 

Allgemeine Belastungen durch Brexit, Inflation und Rohstoffmangel

 

Es ist kein Geheimnis, dass die gesamtwirtschaftliche Lage nicht nur im Vereinigten Königreich angeschlagen ist, sondern weltweit aufgrund der Folgewirkungen von COVID-19 weiterhin unter Druck steht. Insbesondere die Erdgaspreise haben in den letzten Tagen einen drastischen Kursanstieg verzeichnet und erreichten den höchsten Stand seit 13 Jahren.

 

Auch die Auswirkungen des Brexit sind in den meisten Bereichen der britischen Wirtschaft noch immer zu spüren. Vor allem der Aktienmarkt wurde als weniger interessanter Ort für die Beschaffung von Kapital wahrgenommen und büßte im weltweiten Wettbewerb an Popularität ein. Doch täuschen die äußeren Faktoren vielleicht? 

 

Mehrheit der Londoner IPOs waren von Erfolg gekrönt

 

Trotz negativem Stimmungsbild am Markt und Vorwürfen darüber, weniger Geschäfte nach und aus London heraus zu tätigen, konnte die Mehrzahl der IPOs an der London Stock Exchange mit positiven Zahlen überzeugen. 

 

So verzeichnete beispielsweise der 8 Milliarden Pfund schwere Börsengang des Online-Lieferdienstes Deliveroo einen wackeligen Start und büßte anfangs rund 25 % seines Wertes ein. Inzwischen hat sich das Unternehmen jedoch wieder erholt und notiert 10 % über dem Ausgabepreis der Aktie.

 

Ein weiterer äußerst erfolgreicher Börsengang in London war das britische Finanztechnologieunternehmen Wise, das früher auch als TransferWise bekannt war. Mit einer Marktbewertung von rund 8,75 Milliarden Pfund erzielte das Unternehmen bereits am ersten Handelstag einen starken Auftakt und konnte die Investoren überzeugen.

Von Erfolg geprägt war auch der Börsengang der dänischen Bewertungsplattform Trustpilot, welcher im März 2021 stattfand und bis heute ein herausragendes Wachstum verzeichnen konnte. Die Aktie legte am ersten Handelstag in London um bis zu 16 % zu und schwankt derzeit um die 4-Euro-Marke herum.

 

Im ersten Halbjahr des Jahres 2021 stieg die Zahl der Börsengänge an der London Stock Exchange um ganze 467 % im Vorjahresvergleich. Die Stadt boomt, vor allem für Unternehmen aus der Tech-Branche. Aber auch Firmen wie der schwedische Zahlungsanbieter Klarna, die in London ansässige Internet-Direktbank Revolut und die ebenfalls in der City ansässige Monzo Bank werfen inzwischen einen interessanten Blick auf die LSE. 

 

Was sich in der Zukunft noch erwarten lässt

 

Neben all den Erfolgsmeldungen gab es an der Börse durchaus auch ein paar Fehlstarts, die aber zu einem großen Teil bis heute wieder gutgemacht werden konnten. Die Grundstimmung ist insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr 2020 wesentlich positiver. Zwar haben einige Unternehmen immer noch Vorbehalte gegen einen Börsengang in London und generell ist festzustellen, dass einige IPOs an die Börse in New York verloren gegangen sind. Aber beispielhafte Gesellschaften zeigen, was in London möglich ist und welchen Preis die Überwindung eines Risikos mit sich bringen kann. 

 

Man darf also gespannt sein, welche Unternehmen als Nächstes ihr Glück versuchen und welche Renditen für die Anleger dabei herausspringen werden. Namhafte Unternehmensgruppen wie die Autohersteller Jaguar Land Rover und MCLaren, die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airways und die Starling Bank prüfen inzwischen bereits die Möglichkeiten, warten aber noch die aktuelle Marktsituation ab, bevor sie sich endgültig intensiv auf ihre jeweiligen Börsengänge konzentrieren werden. 

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